Der letzte Tanz

Am Nachtumzug sind die Bassersdorfer unter sich

 

von Tim Ehresperger

 

Besonders am Montag treffen sich an der Bassersdorfer Fasnacht die Einheimischen und feiern im intimen Rahmen. Doch am Nachtumzug sind auch Gäste aus dem Ausland willkommen. 

 

Am Samstag kommt der halbe Kanton. Auf dem Bassersdorfer Dorfplatz feiern sie zu Tausenden, anonym unter den Masken. Da ist der Montag viel romantischer, intimer. Das Dorf kommt zusammen, Auswärtige sind Mangelware – ausser den Einheimischen nimmt am Dienstag ja auch niemand bei der Arbeit frei. So ist dieser letzte Fasnachtsakt besonders persönlich, die halbe Gesellschaft im Festzelt des EHC Bassersdorf kennt sich.

 

Zuvor kommen auch die Kinder noch zum letzten Mal auf ihre Kosten. Um 20:21 Uhr beginnt der Nachtumzug im Dorfzentrum, während gut einer Stunde präsentieren sich Kostümierte und Guggenmusiken. Die Kostüme wirken im Dunkeln besonders „gfürchig“, die Umzugsteilnehmenden spielen oft mit Licht – oder gar Feuer. Niemand stört sich ob den feuerspeienden Pyro-Fackeln, sie verwandeln die Strassen in ein leuchtendes Rot und die tanzenden Maskierten wirken wie Ausserirdische. Einige Gruppen kommen sogar aus Deutschland. Auch wenn es für die besten Verkleidungen Preise zu gewinnen gibt – sie sind nicht des Geldes wegen hier. 

 

Bassersdorf brennt – friedlich

 

Ein Highlight sind die meterhohen Stichflammen, die von einem Traktor mit Anhänger abgefeuert werden. Bassersdorf brennt – friedlich. Was gibt es für ein besseres Programm am Montagabend?

 

Es liegt denn auch ein bisschen Abschieds-Wehmut in der Stimme von Obernarr Rolf Zemp, der seinem Publikum bereits einen Erinnerungs-Tipp für die fasnachtsfreie Zeit auf den Weg gibt: «Geniesst den letzten Abend! Und lasst euch nochmals richtig mit Konfetti bedecken. Wenn ihr am Morgen nach Hause kommt, lauft mit dem Kostüm durch die Wohnung. Dann findet ihr das ganze Jahr über immer wieder Konfetti und erinnert euch an die schönste Zeit des Jahres.» 

 

Wenig später verteilt sich die Fasnachtsgemeinde: Die Jüngsten und Ältesten gehen nach Hause. Die Übrigen verteilen sich in die Festzelte. Gemeinsam zelebrieren sie den letzten Tanz. Im intimen Rahmen.