Gewinne eine signierte CD des neuen Albums sowie 2x2 Konzerttickets

Gewinnen Sie eines von drei signierten Unplugged-Alben von Bligg, sowie zwei Mal zwei Tickets für das Konzert am 15. Dezember in Zürich.

Teilnahmeschluss: 5. Dezember 2019. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt.

Senden Sie uns eine Email mit dem Stichwort CD oder Konzert unter Angabe Ihres Vornamens, Namens, Adresse und Email.


Interview mit Bligg – unplugged!

Interview: Susanne Gutknecht, Tim Ehrensperger

 

Bligg, Du bist auf dem neuen Albumcover mit Schnauz abgebildet. Zum Interview erscheinst Du aber wie gewohnt mit Bart. Welcher Bligg ist der Echte?

Die Haare in meinem Gesicht waren schon immer mein Markenzeichen, speziell seit dem Album «Bart aber herzlich», welches 2010 erschien. Als ich wusste, dass wir auf Akustik-Tour gehen und ein Unplugged-Album veröffentlichen werden, fragte ich meinen Grafiker nach einer Idee zur visuellen Umsetzung. Er antwortete wie aus der Pistole geschossen: «Bligg, hau Deinen Bart ab.» Das passt perfekt! Der Schnauz ist also mehr ein Gag.

 

Was hat Dich dazu bewogen, nach 20 Jahren im Musikbusiness ein Unplugged-Album herauszubringen?

Es gibt den Spruch: Ein Künstler macht dann ein Unplugged-Album, wenn er nichts besseres mehr weiss. Das ist bei mir definitiv nicht der Fall, das nächste Jahr wird das Gegenteil beweisen. Ein Akustik-Album ist für mich so etwas wie eine Biografie. Ich bin bei beidem der Meinung, man sollte dies erst ab einem gewissen Alter tun.

 

Und mit 43 Jahren hat für Dich der Moment gepasst?

Die Sternenkonstellation ist perfekt! Es gibt nur wenige Schweizer Künstler, die derart viel Output hatten während ihrer Schaffenszeit wie ich. Ich habe innert 20 Jahren 15 Alben inklusive Touren gemacht. Ich habe mittlerweile einen Katalog an Liedern, der es mir erlaubt, ein Unplugged-Album herauszubringen. Ein reines Best-of-Album macht in der heutigen Zeit keinen Sinn: Die Leute haben ihre liebsten Songs bereits in ihren Playlists gespeichert. 

 

Wie hast Du die Songs ausgewählt?

Auf dem Album sind meine grössten Hits neu zu hören – aber nicht nur. Ich habe mithilfe eines Kuchendiagramms entschieden. 60 Prozent der Songs sind meine erfolgreichsten Lieder, hinzu kommt je einen Song für meine Mutter («Angela») und für meinen Sohn Lio («Drachetöter»), die meine Herzensangelegenheiten sind. Dann fragte ich noch meine Fans auf Social Media: sie wollten «Frei wie en Vogel» unbedingt mit draufhaben. 

 

Unser Lieblingssong auf dem neuen Album ist «Musigg i dä Schwiiz», weil er ganz anders daherkommt als das Original. Welcher ist Deiner?

Danke. Ich mag ihn auch besonders, weil er mit einem brasilianischen Bossa-Nova-Einfluss einen starken Kontrast reinbringt. Aber ich beantworte die Fragen nach dem Liebling nicht gerne, weil jeder Song eine Art Baby ist. «Hilf mir» gefällt mir aber auch sehr gut, es ist ein fragiler Text, der noch verletzlicher daherkommt als im Original.

 

Du musstest keine Texte neu schreiben, wie bist Du dann vorgegangen? 

Das waren ganz viele Einflüsse, der brasilianische Touch in «Musigg i dä Schwiiz» zum Beispiel kam von Musikerkollege Marc Sway. Wichtige Personen waren wie immer meine Produzenten Fred Herrmann und Dominik Burkhalter. Aber auch jedes Interview, jede Begegnung mit einem Fan inspiriert mich. 

 

Schliessen sich Rap und Unplugged eigentlich nicht schon per Definition aus?

Nein, das schliesst sich für mich nicht aus. Die Ur-DNA des Raps oder des Hip-Hops ist es, aus möglichst wenig Mitteln etwas zu machen. Genau das ist in meinem Album passiert: Die Band wurde auf die wesentlichen Instrumente reduziert und für dieses Projekt extra zusammengestellt. Mal abgesehen davon das Rap bei meiner Musik nur ein Teil des Schaffens ist. 

 

Einen neuen Song gibt es: «Frohi Wiehnacht». Inhaltlich ist er aber das Gegengift zu den vielen schnulzigen Weihnachtssongs. Du singst von «Konsum-Saufgelage mit Smalltalk». Magst Du Weihnachten nicht?

Ich glaube, ich empfinde Weihnachten sehr ähnlich wie viele andere Schweizer auch. Es gibt diese wunderschöne Seite des Zusammenkommens, der Dekorationen, der leuchtenden Augen. Die andere, düstere Seite ist das masslose Konsumverhalten, das für mich global gesehen nicht stimmt. Wir feiern uns ins Koma, während andere nicht wissen, was sie morgen essen. Ich will hier aber nicht den Moralapostel spielen, schlussendlich ist es ein augenzwinkernder Blick auf Weihnachten. 

 

Was denkst Du, wie Dein Album beim Publikum ankommt? Hast Du Zweifel?

Nein, ich freue mich und lasse es auf mich zukommen. Alle Stimmen wurden bei mir zu Hause in Bassersdorf aufgenommen, wo ich ein kleines Studio habe. Made in Bassersdorf, also. Spezieller ist das Projekt, welches nächstes Jahr kommen wird. Es ist eine weitere Herzensangelegenheit und wird eher alte Fans erfreuen – aber mehr verrate ich nicht! 

 

 

Im Print-Interview im dorfblitz vom 28. November spricht Bligg über Bassersdorf, unangenehme Begegnungen mit Fans in der Badi und darüber, was ihn an der Musikbranche in Zeiten von Spotify nervt.