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Sport
Zwei Bassersdorfer Langlauffans
in Grönland
Liselotte Illi und Erhard Mätzener nahmen am Arctic Circle
Race teil
Im vergangenen Winter musste man nicht eben weit reisen, um dem Langlaufsport
frönen zu können. So reichte an einigen Tagen gar der Bus nach
Oberwil, wo vom dortigen Langlaufklub mit bewundernswertem Einsatz eine
Spur unterhalten wurde. Wieso für einmal nicht weiter weg, in andere
Länder, andere Kulturen, andere Kontinente?
Von Erhard Mätzener
Ein Langlauferlebnis der besonderen Art leisteten sich meine Partnerin
Liselotte Illi und ich dieses Frühjahr. Wir nahmen zusammen mit acht
weiteren Langlaufbegeisterten aus der Schweiz am Arctic Circle Race teil.
Einem Langlaufrennen am Polarkreis an der Westküste Grönlands!
Die Vorbereitungen waren vielfältig: Seit Mitte November intensives
Schneetraining, Erprobung des Materials, wie Kleidung, Verpflegung, Schlafsack,
Rucksack usw. Denn es sei das “härteste Langlaufrennen der Welt”,
wurde in der Ausschreibung angedroht. Selbst bei besten Verhältnissen
- so wurde weiter gemahnt - könnten Winterstürme die Idylle in
minutenschnelle in eine arktische Hölle verwandeln. So nahm denn auch
das mentale Training in der Vorbereitungsphase einen bedeutenden Platz
ein. Es waren allerdings nicht nur die witterungsbedingten Unwägbarkeiten,
die uns “zu denken” gaben. Zum Beispiel, dass wir auf diesem dreitägigen
Langlaufrennen über 160 Kilometer in der klassischen Technik (mit
Tagesetappen von 56, 48 und 56 Kilometern), zwei Nächte auf einem
gefrorenen See, im Niemandsland und in Zweierzelten übernachten würden.
Immerhin würden Schlafsäcke, Lebensmittel und persönliche
Ausrüstung ins Camp transportiert werden. Ein Rucksack von mindestens
fünf Kilogramm Gewicht, der Platz genug für Thermosflasche, Essen,
Ersatzwäsche und Sicherheitsausrüstung bietet, würden wir
selbst tragen müssen. So weit so gut!
Langlauf „pur“
Der Lauf wurde zum totalen und unvergesslichen Erlebnis. Drei Tage „Langlauf
pur“ in unendlicher Weite, im Schein einer (noch) tief liegenden “nordischen”
Sonne, blauer Himmel, angenehme Temperaturen von tagsüber minus 10
bis 15 Grad Celsius, Nachts gar minus 33 Grad - Nordlichter am nächtlichen
Himmel. Gelaufen wurde bei idealen Schneeverhältnissen auf harter,
griffiger Spur, oft etwas stumpf zwar. Begleitet wurden die rund 130 Läuferinnen
und Läufer von lautlosen Schlittenhunde-Gespannen und weder laut-
noch geruchlosen Schneemobilen mit winkenden Funktionären. Unterwegs
verpflegt und stichprobenweise medizinisch kontrolliert (auf mögliche
Frostbeulen, Schneeblindheit, allgemeine Verfassung) wurden wir von freundlichen
Inuit und dänischstämmigen Einheimischen. Die Strecke mit etwa
1'000 Höhenmeter Anstieg am ersten und dritten Tag bot alles: Ruppige
Steigungen, rasante Abfahrten, Aufstiege durch sanft sich zwischen verschneiten
Gipfeln windende Täler, Laufen auf dem gefrorenen Fjord. Kein Baum,
kaum Sträucher, denn das Regime in dieser felsigen Gegend führen
Schnee und Eis.
Es war für uns beide ein unvergessliches Erlebnis!
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